Beiträge von Atax

    Licht aus - Du hast es so gewollt.




    Ich bin der den man nie sieht, der im dunklen hinter dir geht und steht.


    Mache ruhig Licht, trotzdem siehst du mich nicht.


    Immer begleite ich dich auf Schritt und Tritt,


    überallhin nimmst du mich mit, niemals bist du allein.


    Nachts glaubst du mich unter deinem Bett, du suchst mich dort,


    nur bin ich dann an einem anderen Ort. Wo du auch suchst wohin du auch gehst,
    immer bin ich es, der im dunklen hinter dir steht.

    Licht aus - Wer ich wirklich bin willst du nicht wissen. Glaube mir, du willst es wirklich nicht.

    Mäntelchen (Körperchen) wechsele dich


    Endlich hatte der Zug die beschädigte Gleisstelle erreicht. Der Reparaturzug war gerade dabei die letzten Arbeiten am Gleis und dem, jetzt wieder intakten Schutzwall auszuführen. Der Zug hatte deshalb kurz vor besagter Stelle angehalten. Als der Kommandeur den stehenden Zug kurz verließ um sich die Beine zu vertreten passierte es. Irgendwie war Schmierfett auf die Stufen gelangt, der Kommandeur rutschte aus und stieß dabei mit dem Kopf an die Panzerwand des Wagons. Bewusstlos sackte er zusammen und fiel die letzte Stufe hinab. Die Bewusstlosigkeit dauerte glücklicherweise nur ein paar Sekunden, dann kam der Kommandeur, jetzt wieder der Originale, wieder zu sich. Mit einem brummenden Schädel, stieg er fluchend, wieder in den wartenden Zug zurück, der sich dann wenig später in Richtung Stadt in Bewegung setzte.


    Derweil hatte Bitrok die Zentrale des Rochens erreicht und bereitete dort bereits die Übernahme einer weiteren Führungsperson vor. Das Wissen des Kommandeurs war ihm dabei sehr hilfreich gewesen. Es gab drei Leute, die für die Führung der Stadt verantwortlich zeichneten. Von diesen drei, war eine für Bitroks Vorhaben besonders geeignet, da sie für die Verteidigung und gleichzeitig auch die Verwaltung der Stadt verantwortlich war. Das diese Person eine Frau war, spielte für Bitrok keine große Rolle. Ganz im Gegenteil, es erleichterte die Übernahme für ihn.


    Einige Stunden zuvor hatte sich die Führungsspitze der Stadt Atten zusammengefunden um über neue Strategien, zur Abwehr der Antaranern zu beraten. Atten war die letzte große Metropole die noch nicht von den Antaranern eingenommen worden war. Bisher hatte man verhindern können, dass diese den großen Fluss überschritten und damit die Stadt vollständig eingekesselt wäre. Eine Maßgebliche Rolle spielte dabei die Bahnlinie die dem Lauf des Flusses folgte. Vor allem, dass das Ufer auf dem die Bahnlinie verlief, an seiner tiefsten Stelle, gut zehn Meter höher lag als das andere Ufer hatte dafür gesorgt, dass ein direkter Beschuss der Gleise nicht möglich war. Der große Fluss entsprang irgendwo im Süden im Sichelgebirge und nutzte eine natürliche tektonische Verwerfung als Bett auf seinem langen Weg zum Meer. Genau entlang dieser, hatte er sich im Lauf der Äonen ein tiefes Bett gegraben. An der Stelle, an der sich, die Stadt Atten auf ihrem Hochplateau erhob, machte die Verwerfung einen fast rechtwinkligen Knick um dann, zusammen mit dem Fluss, in Richtung Osten weiterzulaufen. Die wenigen Brücken die an den schmalsten Stellen die Schlucht überspannt hatten waren gesprengt worden um eine Überquerung durch die Antaraner zu verhindern. Schwer bewaffnete Panzerzüge pattroulierten entlang der Bahnlinie und sorgten dafür das nirgends neue Brücken entstehen konnten. Überall dort wo die Schlucht Schmalstellen aufwies, die möglicherweise einen Brückenschlag erlaubten gab es große Sperrforts die genau das verhindern sollten. Bisher war ihnen das sehr erfolgreich gelungen, wie sich an den Wracks der Kriegsfahrzeuge und den unzähligen Einschlagskratern, an diesen Stellen ablesen ließ. Atten selbst lag strategisch günstig auf einem großen Hochplateau, das sich bis zu dreihundert Meter über die Ebene erhob. Rund um die Stadt am Rand des Plateaus befanden sich in regelmäßigen Abständen Große Festungsanlagen. Jede dieser Festungen wurde von zwei gewaltigen Geschütztürmen mit jeweils zwei schweren Geschützen dominiert. So wie die Türme gebaut waren würden sie selbst schwerstem Beschuss trotzen können, dem sie mit ihren eigenen zwei Geschützen gewichtige und vor allem hochexplosive Argumente entgegenzusetzen hatten. Solange die Geschütze feuern konnten kam keiner der Aggressoren näher als 70 Kilometer an die Stadtgrenze heran, von einigen kleinen Vorstößen abgesehen. Die Neustadt, die auf der anderen Seite des Flusses lag, hatte man aufgegeben und unbewohnbar gemacht. Die Antaraner hatten sich kurz außerhalb der Reichweite der großen Geschütze eingegraben. Vor einiger Zeit hatten sie damit begonnen dauerhafte Befestigungsanlagen zu errichten. In diesen Garnisonen sammelten sich jetzt ihre Truppen. Bisher hatte man es nicht geschafft einen Informanten zu gewinnen. Eigene Leute konnte man nicht einsetzen, da sich Antaraner und Attener zu stark voneinander unterschieden. Die Antaraner waren kleinwüchsig, dabei aber extrem breit und muskulös, dazu kam eine fast weiße Hautfarbe. Vor allem aber die Augenpartie machte es unmöglich einen Antaraner zu kopieren. Die komplett schwarzen Augen waren etwa um ein Drittel größer als die der Attener, dazu kam das die Augen im dunklen schwach zu leuchten schienen. Allgemein wurde angenommen das die Antaraner aus dunklen lichtlosen Höhlen kamen. Noch nie hatte man einen von ihnen am Tag ohne Helm mit schwarzem Visier gesehen. Nachts waren nur die Bereiche schwach beleuchtet in denen sich die Zwangsarbeiter befanden, ansonsten gab es keinerlei Beleuchtung, was diese Theorie noch zusätzlich stützte.
    Didia hatte die letzten Berichte kurz überflogen, jetzt zuckte sie zusammen und schlug sich mit der flachen Hand seitlich an den Hals. „Verdammt, blödes Vieh. Was ist mit dem Insektenschutz los? Mich hat gerade was gestochen. Tarles, setze bitte eine Kontrolle der Schutzvorrichtungen an. Das fehlte uns jetzt gerade, dass wir hier von Insekten belästigt werden.“ Einer der Männer, die mit am Tisch standen, nickte kurz und machte sich eine Notiz auf seinem Pad. Sofort ging die Nachricht an die entsprechende Abteilung weiter. Danach richtete der Mann seine volle Aufmerksamkeit wieder auf die Besprechung. Derweil hatte ein kleines unscheinbares Insekt, von allen unbemerkt, den Raum durch die vergitterte Ventilationsöffnung der Klimaanlage verlassen. Wenig später beendete Didia die Besprechung und machte sich auf den Weg in ihre Wohnung. Als erstes würde sie ein schönes heißes Bad nehmen um den ganzen Dreck des Tages loszuwerden. Seit dem frühen Morgen war sie, bis auf eine kurze Mittagspause, von einem Brennpunkt zum nächsten geilt und hatte Entscheidungen getroffen. Eigendlich war der Tag ganz gut gelaufen, die Ingenieure hatten vorfristig ein wichtiges Projekt zum Abschluss gebracht. Zukünftig würden die Geschütze ihre Geschosse mit Hilfe starker Magnetfelder abfeuern. Neue Geschosse, die man auch lenken konnte. Die Reichweite hatte sich etwa verdoppelt. Jetzt wurde daran gearbeitet, Geschosse mit einem eigenen Antrieb auszustatten um die Reichweite nochmals erheblich zu verbessern. Das Bündnis mit der Großen Nation begann sich langsam auszuzahlen. Mit diesen Gedanken legte sie sich in das warme Badewasser. Didia genoss die Wärme, die ihren Körper umgab, dann glitt sie sanft ins Land der Träume. In der Badewanne liegend träumte sie davon sich zu teilen um gleichzeitig an mehreren Orten sein zu können, es war seltsam sich selbst sehen zu können, wie man durch die Tür ins Badezimmer geht und dann sich selbst in der Badewanne liegen zu sehen, gleichzeitig aber auch sich vor der Badewanne stehen zu sehen. Träume können schon seltsam sein, ich muss das unbedingt Tarles erzählen. Mit diesen letzten Gedanken glitt Didia in einen tiefen traumlosen Schlaf. Am nächsten Morgen, begab sich eine erholt aussehende Didia, in ihr Büro im Lagezentrum, um mit ihrem Sekretär den weiteren Tagesablauf zu besprechen. „Guten Morgen Tarles, gut geschlafen?“ „Weniger, Didia. Ich habe die halbe Nacht damit verbracht mir den Bericht unseres Millitärkomandeurs anzuhören, der gestern Nacht mit dem Zug hier eingetroffen ist. Es gab da eine Verzögerung, da es den Antaranern gelungen ist irgendwie das Gleis zu beschädigen. Es hat ein wenig gedauert aber nach der Reparatur konnte der Zug weiterfahren. Wir haben an dieser Stelle den Wall zum Fluss höher gezogen und verstärkt. Vor ein paar Tagen war es den Weißen dort gelungen einen Zug so gut wie Schrottreif zu schießen. Das sollte ab jetzt ausgeschlossen sein. Soll ich dir die wichtigen Einzelheiten mitteilen, dann musst du nicht den ganzen Berichtlesen?“ Lass mal Tarles, leg den Bericht einfach auf meinen Tisch ich werde ihn mir ansehen, wenn ich zum Mittagessen gehe. Du gehst besser schlafen.“ Als Tarles etwas erwidern wollte hob Didia die Hand und schnitt damit einen eventuellen Einwand ab. „Es gibt nichts Wichtiges in dem Bericht, dass nicht bis heute Mittag warten kann. Also geh schlafen. Das ist ein Befehl.“ Übertrieben korrekt nahm Tarles Haltung an und salutierte grinsend. „Jawohl, Koordinator. Ich gehorche.“ Dann drehte er sich um und verließ mit müden Schritten den Raum. Bitrok sah ihm nach und murmelte dann leise. „Es gibt in dem Bericht wirklich nichts, dass mich überraschen könnte.“